über uns

Seit 1977 ist das junge theater basel genau das, was der Name verspricht: der Ort für junges Theater in Basel.

Pro Saison entstehen 2 professionelle Inszenierungen. Sie werden unter professioneller Leitung - während 8 Wochen in einer täglichen Probenzeit von 8 Stunden - erarbeitet und dann ca. 20 Mal in Basel gespielt, bevor sie in der Schweiz und zunehmend auch auf internationalen Festival gezeigt werden. Die wechselnden Ensembles aus Profis und Laien werden jeweils für die Projekte zusammengestellt. Zumeist werden Jugendliche aus den Theaterkursen dafür angesprochen. Um die Jugendliche sind alle Positionen - wie z.B. Regie, Bühne, Kostüm, Musik, Licht, Dramaturgie - mit Profis besetzt.

Für die Theaterkurse können sich alle Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren anmelden. In wöchentlichen Proben von 2 Stunden länge werden Grundlagen des Theaterspieles anhand eines selbst gewählten Themas erarbeitet. Nach einjähriger Probenzeit werden die Ergebnisse der Arbeit 3 Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Das junge theater basel befindet sich auf dem Kasernenareal in einem Rossstall in Kleinbasel. Es bietet 108 ZuschauerInnen Platz.


forever young!

Wie bitte? 30 Jahre bereits?!? Nicht, dass einem das eigene Altern in den letzten drei Jahrzehnten so völlig entgangen wäre. Aber warum nur kommt einem das Junge Theater Basel (JTB) noch immer so verdammt jung, lebendig und unverbraucht vor wie sonst wenige Kulturbetriebe in dieser Stadt?

Man kanns von aussen betrachten und feststellen: Erfolg hält jung! Und dass diese 30 Jahre JTB eine Erfolgsgeschichte sind, wird niemand ernstlich bestreiten wollen. Nicht nur, dass hier viele die ersten Theaterschritte wagten, die sich später auch auf grossen Bühnen durchsetzten, von den Pionieren wie Hansjörg Betschart, Denise Geiser, Ueli Jäggi und Dani Levy bis hin zu den Jüngeren wie - um nur einige zu nennen - Bettina Dieterle, Daniel Wahl, Rafael Sanchez, Sebastian Nübling, Michael Koch oder Mathis Künzler. Mit vielen seiner Produktionen tourte das JTB durch die Schweiz, wurde an renommierte Festivals wie die Wiener Festwochen eingeladen und gewann mit "Die Schaukel" am Impulse-Festival, dem Besten-Treffen der deutschsprachigen freien Szene, den ersten Preis. Und auch nicht ganz unwichtig: Das JTB spielt regelmässig vor vollen Rängen. Es ist wahrscheinlich das am häufigsten ausverkaufte Theater der Schweiz. Und dies bei bloss zwei Inszenierungen pro Jahr, die je 20- bis 30-mal gespielt werden.

Kontinuität und Wechsel

Man kann aber auch den Innenblick versuchen und feststellen: Kontinuität und Wechsel halten jung! Letztlich sind es drei grundverschiedene Leitungs-Persönlichkeiten, die das JTB in den letzten drei Jahrzehnten am stärksten geprägt haben: Hansjörg Betschart, Heidi Fischer und Uwe Heinrich. Betschart war Autor, Regisseur und verspielter Verzauberer in einem. Unvergesslich sein "Sommernachtstraum" (1985) im Zelt vor der Kaserne. Da strömten die Jugendlichen raus und bestürmten ihre Lehrkräfte: "Wir wollen auch Theater machen!" Heidi Fischer war in den Neunzigern die leidenschaftliche Menschenverknüpferin. Sie hatte den Blick, wer für die Sache und füreinander gut war. Sie hat Leute wie Nübling und Sanchez entdeckt und gepflegt und den jungen SpielerInnen ein Nest gebaut, in dem sie sich entwickeln konnten - aber sie hatte auch das Gespür dafür, wenn es Zeit wurde, sie zum Weiterfliegen zu animieren und aus dem Nest zu schubsen. Binden und loslassen.

Heidi Fischer war es auch, die dem JTB die Kontinuität erst sicherte: durch den Kampf für feste Subventionen und einen eigenen Spielort ab 1995 im Baggestooss auf dem Kasernenareal. CMS und GGG haben den Ausbau dieser Spielstätte tatkräftig unterstützt. Seit sieben Jahren leitet nun Uwe Heinrich den Betrieb und scheint noch kein bisschen müde. Er ist Dramaturg, Produzent, Öffentlichkeitsarbeiter und Vernetzer in einem und hat darüber hinaus auch das theaterpädagogische Angebot markant ausgebaut. Das JTB wird so noch verstärkt zu einem wichtigen Integrationsfaktor. Hier treffen sich verschiedene Kulturen in Kursen und Vorstellungen. Hier begegnen sich Darstellende und Zuschauende auf Augenhöhe. Hier setzen sie sich sowohl mit Werken der Weltliteratur wie mit aktuellen Gebrauchsstücken zu Jugendthemen auseinander. Im nächsten Projekt fliessen einmal mehr vielfältige Synergien zusammen: "Next Level Parzival" wird eine Koproduktion mit dem Theater Basel und der gewichtigen "RuhrTriennale" sein. Mythos und Jetztzeit, Sinnfragen und rasante Theatersprache. Man darf - weiterhin - gespannt sein.

Alfred Schlienger, Programmzeitung im Mai 2007